Aktuelle Informationen aus dem Bereich Sozialwesen

 

 

Ein Jahr weg von zu Hause – mal andersrum

Studierende der Fachschule für Sozialwesen im Globalen Schulkino

Für Viele, die die Schule abgeschlossen haben, ist es ein To-do oder gar Must-have, ein Jahr im Ausland zu arbeiten und interkulturelle Erfahrungen zu sammeln, entweder als Au-pair, bei Work and Travel oder dem Freiwilligendienst einer gemeinnützigen Organisation. Dabei sind ferne oder exotische Länder besonders attraktiv. Dass sich umgekehrt junge Menschen etwa aus Afrika für ein Jahr nach Deutschland aufmachen, um hier als Freiwillige zu arbeiten (über das Programm weltwärts Süd-Nord-Komponente1), ist weniger bekannt. Dies erfuhren Studierende der Fachschule beim Besuch des Globalen Schulkinos2. Der Marburger Verein Motivés zeigte den Dokumentarfilm „One Year in Germany“ (2018) von Christian Weinert (Regie) und Ferdinand Carrière (Kamera).

Of smartphones, Facebook or cyberbulling - Das KMK-Fremdsprachenzertifikat an der KKS

Alles im Bereich Medien mit ganz unterschiedlichen Aspekten - von Fernsehen für Kinder bis gefaketen Influencern - war diesmal Thema bei den Englisch-Prüfungen des KMK-Fremdsprachenzertikfikates, welche an der KKS im Februar und März 2021 durchgeführt wurden.

Das Zertifikat wird vom Kultusministerium für berufliche Schulen angeboten und bietet so die Bescheinigung über Fremdsprachenkenntnisse mit klaren Bezügen zum jeweiligen Ausbildungsgang, hier sozialpädagogische Berufe.

Die zwei TeilnehmerInnen aus der FSO 3 und der FSO 4 absolvierten die Prüfungen in diesem Jahr beide auf dem Niveau B2 des gemeinsamen europäischen Referenzrahmens (das Niveau B1 bieten wir auch an, es gab aber keine Anmeldungen). Zu den Aufgaben gehören Hör- und Leseverstehen, Sprachmittlung und Produktion sowie mündliche Interaktion.

Auf dem Foto: M. Röper (Englischlehrerin), K. L. Jacobi und P. Knöpfler, die das KMK Zertifikat 2021 erworben haben

 

Nach dem Durchhalten bei der 120-minütigen schriftlichen Prüfung, folgte einige Tage später die mündliche Gruppenprüfung in entspannter Atmosphäre und mit witzigen Momenten. Am Ende waren beide TeilnehmerInnen erfolgreich und so gratulieren wir noch einmal ganz herzlich und wünschen ihnen alles Gute für die Abschlussprüfungen!

Der nächste Prüfungsdurchgang findet wahrscheinlich im Februar/März 2022 statt. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an Ihre Englischlehrer oder M. Röper.

Erzieherinnen und Erzieher werden von der Käthe-Kollwitz-Schule verabschiedet

Ermutigung auch mal gegen den Strom zu schwimmen
Am Freitag den 28. August erhielten 102 Absolventinnen und Absolventen der Fachschule für Sozialwesen ihre Zeugnisse als staatlich anerkannte Erzieherinnen und Erzieher. Aufgrund der aktuellen Situation wurden sie nicht, wie üblich im großen Rahmen verabschiedet, wo Familienangehörige und die Anleiterinnen und Anleiter aus den Praxisstellen dabei waren. So fand die Feierlichkeit allein mit den betreuenden Lehrkräften und in kleineren Gruppen statt.

Verabschiedung der Berufspraktikant*innenVerabschiedung der Berufspraktikant*innenVerabschiedung der Berufspraktikant*innen

Verabschiedung der Berufspraktikant*innenVerabschiedung der Berufspraktikant*innen

Interreligiöser Friedensweg zu Fuß

Studierende der Fachschule für Sozialwesen unterwegs

Auf die Spuren des „Friedenswegs der Religionen“, der gewöhnlich einmal im Jahr in Marburg stattfindet, begaben sich im März Studierende der Fachschule. Ziel war die Erkundungfsp 2021 collage wisdom solomong obong160321 alter und neuer religiöser Orte im Bereich der Marburger Innenstadt. Dabei sollten weniger die Fakten der jeweiligen Religionsgemeinschaften im Vordergrund stehen als vielmehr die Eindrücke vor Ort, die Wirkung von religiösen Gebäuden, Architektur und künstlerischen Darstellungen. Aufgabe war es, diese Eindrücke mit der Kamera künstlerisch einzufangen und anschließend zu präsentieren. Die besondere Aura die von jedem Ort ausging, war überall zu spüren. Fast alle Gebäude, ob Kirchen, Synagoge oder Moschee standen uns offen oder wurden für uns geöffnet. Während des vierstündigen Rundwanderwegs ergaben sich viele Gespräche zu zweit oder zu dritt über Gott und die Welt, das Heilige und das Profane. Persönliche Geschichten wurden erzählt und Assoziationen geweckt. Es ging um Glaube und Unglaube, Hoffnung, Vertrauen und Zweifel.

„Käthe in Form“ auf neuen Wegen – Die Klasse 12 FOS3 folgt bei der Sternwanderung dem Weg von „Hexen, Hebammen und Heiligen“

An einem außergewöhnlichen Lernort – dem sogenannten „Hexenturm“ auf der Nordwestecke des Landgrafenschlosses – trafen sich die 19 Schülerinnen und Schüler der Fachoberschulklasse 12 FOS 3 der Käthe-Kollwitz-Schule am 3. September 2020. Von dort aus nahm die Marburger Professorin Dr. Marita Metz-Becker die Jugendlichen mit auf eine faszinierende Zeitreise. „Hexen, Hebammen, Heilige“ unter diesem Motto stand die zweistündige Stadtführung, die den Jugendlichen einen Einblick in die Welt des Mittelalters und der Frühen Neuzeit vermittelte.

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In den Jahren 1550 bis 1866 diente der dreigeschossige Geschützturm auf dem Schlossberg als Gefängnis. „Der letzte Insasse war Ludwig Hilberg, der eine Frau auf grausame Weise getötet hatte und für diese Tat 1864 hingerichtet wurde“, erklärte Professorin Marita Metz-Becker. Den Namen „Hexenturm“ trägt das historische Gebäude deshalb, weil im 17. Jahrhundert dort Frauen eingesperrt wurden, die wegen Hexerei angeklagt waren. „Im Marburger Staatsarchiv sind zahlreiche Akten von sogenannten Hexenprozessen zu finden, die zwischen 1650 und 1660 in Marburg stattfanden“, so die Wissenschaftlerin. „Die neuere Forschung zeigt, dass es sich dabei vor allem um ältere Frauen handelte, die nach dem Tod des Mannes verarmt und deshalb auf die Fürsorge der Dorfgemeinschaft angewiesen waren.“ Die Hexenverfolgung habe sich dazu geeignet, diese „Versorgungsfälle“ loszuwerden. Das magische Denken – der Glaube an den negativen Einfluss des Teufels, mit dem sich die „Hexen“ einließen, um ihren Mitmenschen zu schaden – war weit verbreitet. „Einerseits wurde auf die Hilfe dieser Frauen, die oft in der Heil- und Kräuterkunde sehr bewandert waren, zurückgegriffen, aber wenn die Medizin oder die heilenden Sprüche keine Wirkung zeigten bzw. die Kuh dann trotzdem starb, erklärte man sie zum Sündenbock“, erläuterte Marita Metz-Becker. Bereits die Haft in dem kalten, dunklen „Hexenturm“ sollte der Peinigung der angeklagten Frauen dienen. Zusätzlich wurden sie auf grausamste Weise gefoltert, bis sie dann ein falsches Geständnis ablegten und zugaben, mit dem Teufel im Bunde zu sein. Erst mit der Aufklärung kommt der Gedanke der Resozialisierung von Straftätern auf und es werden Gefängnisse errichtet.

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Die zweite Station der Stadtführung war die Elisabethkirche, die zwischen 1235 und 1283 als Grabeskirche zu Ehren der Heiligen Elisabeth von Thüringen errichtet wurde. „Dieses gotische Bauwerk ist ein Kleinod für jeden Kunsthistoriker und dient bis heute als Pilgerstätte für viele Gläubige“, so die Kulturwissenschaftlerin. Nach dem Tod ihres Mannes Ludwig von Thüringen kam die Landgräfin Elisabeth 1228 nach Marburg. Sie folgte dem Ideal der Armutsbewegung des Franziskus von Assisi und errichtet in Marburg ein Hospital, in dem sie selbst bis zur Erschöpfung die Kranken pflegte, so dass sie bereits im Alter von 24 Jahren verstarb. Im Zuge der Reformation wurden die sterblichen Überreste Elisabeths aus der Kirche entfernt. Das Grab selbst und der Elisabethschrein sind aber noch zu sehen.

Direkt neben der Elisabethkirche befindet sich die sogenannte „Accouchieranstalt“, ein Geburtshaus, das in der Zeit der Aufklärung entstand. „Während die Geburtshilfe in den Jahrzehnten zuvor in den Händen der Hebammen lag, beanspruchten nun die Ärzte diesen Bereich für sich“, erklärte Marita Metz-Becker. „Freiwillig wollte aber keine Frau dort ihr Kind zur Welt bringen, deshalb wurde ein Gesetz erlassen, dass unehelich schwangere Frauen dort entbinden mussten.“ Dem Geburtsvorgang wohnten meist Medizinstudenten bei und es wurden verschiedene Instrumente der „Geburtshilfe“ an den Frauen erprobt, was eine unvorstellbare Qual darstellte.

Die Fachoberschülerinnen und -schüler waren sehr beeindruckt von dieser besonderen Zeitreise, die ihnen vor allem die Lebenssituation von Frauen in früheren Zeiten vergegenwärtigte. Das Thema „Rollenbilder in der historischen Entwicklung“ ist Teil des Lehrplans im Fach Deutsch, so dass die Stadtführung eine gute Verbindung zum Unterricht darstellte.

Nicht nur die Fachoberschulgruppe war an diesem 3. September 2020 in der Stadt unterwegs. Auf dem „Emil-Behring-Pfad“, dem „Grimmpfad“, rund um das Schloss oder den Marktplatz waren zahlreiche Lerngruppen der Käthe-Kollwitz-Schule zu finden. Die „Sternwanderungen“ bildeten einen Bestandteil des traditionellen Aktionstages „Käthe in Form“, der immer am dritten Donnerstag des neuen Schuljahres durchgeführt wird und der zur Stärkung des sozial Miteinanders in den Klassen und der gesamten Schulgemeinde dient sowie den Profilschwerpunkt „Gesundheitsförderung“ in Fokus des schulischen Lebens rückt.